Können wir andersdenken?
In den Zwischenräumen zu arbeiten ist die Kunst der Transversalität. Transversalität besteht darin, die Kehrseite der Gemeinplätze freizulegen und sie schöpferisch zu erweitern.
Quer durch die Disziplinen, um einen Spalt zu öffnen und in einem anderen Raum zu atmen.

Transversalität
Eine Denkweise, die Verbindungen und Brücken (statt Abgrenzungen) zwischen verschiedenen Wissensdisziplinen (innerhalb der westlichen Kultur) und Weisen der Weltkonfiguration (innerhalb und außerhalb der Parameter der vorherrschenden westlichen Kultur) herstellt. Transversales Denken durchquert die Disziplinen, um verschiedene Elemente zu versammeln und sie zu einer neuen Form der Synthese zu führen. Es tritt nicht nur mit Diskursen in Wechselwirkung, die von den dominanten epistemischen Institutionen des Westens hervorgebracht werden, sondern auch mit Praktiken aus radikal anderen Weltkonfigurationen, und es bringt scheinbar inkommensurable Standpunkte in einer beispiellosen dialogischen Konfrontation zusammen.
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Ökosophie
Eine Lebensphilosophie, die sich erheblich von der ‚Wissenschaft‘ und der ‚Politik‘ der ‚Ökologie‘ unterscheidet. Während die Ökologie auf Reformen ausgerichtet ist, die natürliche Ressourcen nachhaltig machen und die Umwelt vor zerstörerischer Anthropisierung schützen sollen, zielt die Ökosophie darauf, eine Form von ‚Weisheit‘ zurückzugewinnen: den Menschen vom obersten Platz der sogenannten ‚Schöpfungshierarchie‘ zu dezentrieren, sich der konkreten Einbettung in ein Netz wesentlich miteinander verbundener menschlicher und nicht-menschlicher Wesen bewusst zu werden und mithilfe anderer (nicht-europäischer) Kulturen, deren Verhältnis zu nicht-menschlicher Handlungsmacht nicht zerstörerisch war, eine andere Weise des In-der-Welt-Seins zu schaffen.
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Transkulturalität
Ein Prozess, in dem wir über den Rahmen unserer eigenen (dominanten) Weltkonfiguration und ihrer Aneignungsmechanismen hinausgehen, um die Seinsweisen anderer Kulturen zu verstehen, zu respektieren und zu unterstützen. Die Übung der Transkulturalität besteht darin, an der Weltkonfiguration des Anderen teilzuhaben und so konkrete Einblicke in andere Modalitäten des In-der-Welt-Seins zu gewinnen. Dieser Prozess ist nicht bloß intellektueller Natur. Er verlangt, über sich selbst hinauszugehen, die eigene Komfortzone zu verlassen und die eigenen konstitutiven und regulativen Vorurteile in einer relationalen Übung der Selbstanalyse und Selbstkritik in Frage zu stellen – und so ein umfassenderes Verständnis des Anderen und damit unserer selbst zu gewinnen.
ErkundenDenken und Leben – wesentlich voneinander abhängig.
Aktuelle Veranstaltungen

Workshop: Ordnung und Unordnung – Figuren des Chaos und Politiken der Restitution
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Workshop: Tradition und Spiritualität: Die Frage der Agency
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Forschungsarbeit in Amazonien: Die Tradition der Yawanawa
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Transversal Paths
Die Online-Zeitschrift Transversal Paths möchte eine anspruchsvolle Übung des Denkens zurückgewinnen: quer durch die Disziplinen zu gehen und intellektuelles Vermögen mit künstlerischer Kreativität zu verbinden, um einen differenziellen Diskurs hervorzubringen. Die daraus entstehende Kartographie kristallisiert sich als mögliche Alternative sowohl zur selbstreferenziellen Tendenz akademischer Forschung als auch zum beliebigen Charakter der Erzeugnisse sozialer Medien – ein sich weitender Riss, der auf eine soziale und kulturelle Krise globalen Ausmaßes verweist.