Die Online-Zeitschrift Transversal Paths möchte eine anspruchsvolle Übung des Denkens zurückgewinnen: quer durch die Disziplinen zu gehen und intellektuelles Vermögen mit künstlerischer Kreativität zu verbinden, um einen differenziellen Diskurs hervorzubringen. Die daraus entstehende Kartographie kristallisiert sich als mögliche Alternative sowohl zur selbstreferenziellen Tendenz akademischer Forschung als auch zum beliebigen Charakter der Erzeugnisse sozialer Medien – ein sich weitender Riss, der auf eine soziale und kulturelle Krise globalen Ausmaßes verweist.
Die Übung der Transversalität ist mit einem Wandel von Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reflexion verbunden, der zu einer anderen individuellen und kollektiven Haltung zur Welt führt. Ihre Kristallisation in einem kulturellen Medium will einigen wichtigen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden: der geopolitischen Neukonfiguration des Globus und ihren kulturellen Folgen, der komplexen zivilisatorischen Problematik hinter der ökologischen Krise, dem fortdauernden Dekolonisierungsprozess und seinem Erbe sowie der Stimme marginalisierter Traditionen, die durch neue Impulse in den Humanwissenschaften hörbar geworden ist.